Start
Unsere Geschichte

Humanitäre Hilfe – das ist theoretisch leicht zu erklären:
Es ist laut Duden eine menschenfreundliche, wohltätige Hilfe.

Aber was heißt „menschenfreundlich und wohltätig“ in der Praxis?
Für uns als AWO Kreisverband Unna steht an erster Stelle die Hilfe zur

Selbsthilfe. Großzügig Almosen verteilen, das mag zwar auf den ersten

 Blick wohltätig sein – ist aber langfristig nicht menschenfreundlich.

 Wir helfen den Menschen, sich selbst zu helfen.
 Wir versuchen verkrustete Strukturen aufzubrechen und unterstützen

 die Menschen bei Veränderungen – dadurch können wir Entwicklungen 
 vor Ort positiv beeinflussen.

 Armut und Elend können so langfristig bekämpft werden.

Es war schon etwas ungewöhnlich, wie  die Hilfe für Rumänien zustande kam. 1995 fuhren AWO-Mitglieder Kur nach Bad Herculane – dabei entdeckten sie nicht nur die landschaftlichen Schönheiten, sondern sahen auch das große Elend der Bevölkerung – besonders der Kinder.

Für den Kreisverband war klar:

Hier muss gehandelt werden und zwar schnell.

Über die Presse informierte der Kreisverband die Öffentlichkeit und bat um Spenden – die wurden auch großzügig gewährt.

Noch zur Weihnachtszeit konnte der erste Hilfstransport auf den Weg geschickt werden – an Bord waren Kleider, Schuhe, Medikamente und Nahrungsmittel.

Bereits im darauf folgenden Jahr im Mai ging der nächste Hilfstransport

Richtung Rumänien – und er blieb nicht der letzte. Weitere Transporte

folgten, aber auch direkt vor Ort wurden wir tätig.

Wir konnten unseren Leitsatz „Hilfe zur Selbsthilfe“ in Rumänien mit Leben füllen.

So wurden wir in Otelu Rosu gefragt, ob wir nicht vor Ort einen AWO-Ortsverein gründen könnten. Im Jahr 2000 wurde die Gründung vorbereitet und am

4. Dezember 2000 wurde der erste AWO-Ortsverein mit 30 Mitgliedern dann offiziell gegründet. Der Ortsverein arbeitet nach den deutschen Statuten und

ist nach rumänischem Recht anerkannt. Er trägt den Namen „Verein zur gegenseitigen Hilfe“.

Die Kommune stellte eine leer stehende Grundschule zur Verfügung – leider war das Gebäude recht baufällig und wir mussten erstmal das tun, was wir mittlerweile am besten konnten: Toiletten bauen!

Im Jahre 2002 wurde das Secondhand-Kaufhaus Otelo Rosu unter großem Interesse der rumänischen Medien feierlich eröffnet – dabei traten Vertreter

der Gemeinde Toplet an uns heran mit der Bitte, doch auch in ihrem Ort eine AWO zu gründen.

Die Gemeinde Toplet ist ein ländliches Dorf mit rund 3800 Einwohnern undliegt am Rande der Karpaten. Die Gemeinde Toplet stellte einen Teil

des Kulturhauses zur Verfügung – hier konnte ebenfalls ein Secondhand-Kaufhaus eingerichtet werden.

2002 Gründung der AWO in Toplet

Hilfe zur Selbsthilfe ist gelungen (1)

Was sich in der Theorie gut anhört, ist auch in der Praxis gelungen:

Die Hilfe zur Selbsthilfe.

Durch die Gründung der AWO-Ortsvereine in Otelu Rosu 2000 und Toplet 2002 konnten

vor Ort notwendige Hilfsmaßnahmen direkt und schnell durchgeführt werden –

wie z.B. bei der Flutkatastrophe im Jahr 2005.

Zwei Ford Transit Busse, die von der AWO-International gesponsert wurden, konnten dafür direkt nach Otelu Rosu und Toplet überführt werden.

Es ist aber noch mehr passiert: Wir haben den Menschen dort helfen können, sich aus eigener Kraft aus Not und Elend zu befreien. Wir waren nicht die

„großen Gönner“, die pausenlos mit Geschenken angerollt kamen – wir waren

ihre Helfer, die ihnen zwar das Material und manches „Know-how“, wie es so

schön heißt, geliefert haben, aber alle mussten selbst mit anpacken und auch lernen, auf eigenen Füßen zu stehen.

Eine Tatsache wollen wir betonen:

Diese Hilfsmaßnahmen, die seit Jahren in Rumänien vom AWO-Kreisverband Unna durchgeführt werden, wären in diesem Umfang nicht möglich, wenn wir

nicht zuverlässige und starke Partner im Umkreis gefunden hätten – dazu gehören die katholische und evangelische Kirche, die KAB Kamen-Heeren,

die Kindergärten der AWO und nicht zu vergessen die Bürger aus den Städten und Gemeinden des Kreises Unna.

Auch in Rumänien ist unsere Leistung hoch anerkannt worden. Um uns zu zeigen, wie groß die Wertschätzung ist, wurden wir mit der Ehrenbürgerschaft ausgezeichnet – u.a. ist Helmut Spyra Ehrenbürger in Teregova, Otelu Rosu und Toplet, Johannes Hermann und Peter Resler sind Ehrenbürger in Toplet.Dazu sei noch kurz verraten: Ehrenbürger heißt u.a., dass man in derjeweiligen Stadt für ein Jahr nichts für Strom und Wasser bezahlen muss.

Unsere Leistungsbilanz der vergangenen Jahre kann mit eindrucksvollen

Zahlen belegen, wie umfangreich unsere humanitäre Hilfe in Rumänien war.

12 Jahre humanitäre Hilfe in Rumänien – unsere Leistungsbilanz:

Von 1994 bis 2006 wurden insgesamt 33 Transporte nach Otelu Rosu,

Teregova und Toplet durchgeführt. Dabei wurden 74,8 Tonnen Hilfsgüter bzw. Sachspenden befördert.

Rund 140.000 km wurden in all den Jahren bei den Transporten von unseren ehrenamtlichen Helfern zurückgelegt.

das heißt: Sie sind mehr als drei Mal um die ganze Welt gefahren!!!

Unsere Arbeit wurde finanziert durch Spenden und Zuschüsse –

von 1994 bis 2006 kamen insgesamt zusammen:

   138.900, 20 Euro an Geldspenden
        9.113,47 Euro an Sachspenden
      23.201,26 Euro an Zuschüssen

Das sind insgesamt 171.214,23 Euro!!! Zusätzlich wurden Sachspenden unentgeltlich für Bekleidung, Möbel, Haushaltsgeräte, Fahrzeuge (Feuerwehrfahrzeug, Krankenwagen), etc.in Höhe von ca. 110.000,00 Euro für die Erfüllung der humanitären Hilfe in Rumänien gespendet.